| Die Pfingstrose (Paeonia officinalis)
Geschichtliches:
Den Namen Paeonia erhielt die Pflanzengattung in Erinnerung an den
Arzt Paion, der in der griechischen Sage den durch Herakles
verwundeten Hades heilte.
Der Artname officinalis verweist auf den Gebrauch der Pfingstrose
als Arzneipflanze. Arten der Päonia-Gattung galten im Mittelmeerraum
als magische Pflanzen.
So wird in der griechischen Mythologie berichtet, daß Virbios,
nachdem er erst durch das Pferd seines Vaters Theseus zu Tode gekommen
war, durch Diana mit einer Päonie wieder zum Leben erweckt wurde. Man
glaubte auch, die Pflanzen könnten Krankheiten heilen, die durch den
Einfluß des Mondes entstanden wären. So wurden die Päonien der
Erdgöttin Hekate geweiht, die mit dem Mondmythos in Zusammenhang
gebracht wurde. Auch bei Dioscurides wird die Pfingstrose erwähnt. Er
empfiehlt sie bei Frauenleiden und bei Blasen- und Nierenschmerzen.
Tabernaemontanus schreibt ebenfalls ausführlich über die Heilkräfte
der Pflanze und bemerkt außerdem: "Solche Wurz auch am Hals getragen /
vertreibt alle nächtliche Gespenst / so im Schlaff unruhig machen."
Man verwendete die Wurzel auch gegen Epilepsie.
Ihrer Blütezeit und ihrer Ähnlichkeit mit Rosenblüten wegen heißt
sie Pfingstrose.
Die Pfingstrose ist geschützt.
Bestimmungsmerkmale:
Die roten Blüten der Pfingstrose erscheinen von Mai - Juni und sind
auffällig groß. Sie erreichen einen Durchmesser von 12 cm und ihre
Kronblätter werden 5 - 8 cm lang. Die Blüten stehen einzeln auf den
Stengeln. Die Laubblätter sind 2 - 3fach gefiedert und erreichen eine
Länge von 40 - 80 cm. Die gesamte Pflanze wird 50 - 100 cm hoch. Die
Pfingstrose gibt es auch in verschiedenen Zuchtvariationen, die weiße
oder rosafarbene Blüten hervorbringen.
Standort und Verbreitung:
Die Pflanze wächst wild in Südeuropa und in den Südalpen bis zu
einer Höhe von 1700 m. Man findet sie am Gardasee, im Tessin und in
Südtirol. Sie wird in den verschiedensten Formen als Gartenpflanze
gezogen, lichte, felsige Berghänge, auch als Zierpflanze
Giftstoffe, Wirkung und Symptome:
Die Pfingstrose enthält unter anderem das Alkaloid Paeonin. Die
Vergiftungssymptome sind Erbrechen, Magen- und Darmbeschwerden mit
Durchfall und Koliken.
Heilwirkung und Medizinische Anwendung:
Die Pfingstrose wird in der Homöopathie bei Hämorrhoiden verwendet. |