Pfingsten

Pfingstrosen

Brauchtum

In vielen kirchlichen Bildern finden wir die Abbildung des Geistes, der in Form einer Taube auf die Menschen herabkommt. Auch bei der Taufe wird der Geist Gottes oft als Taube dargestellt.

In ländlichen Gebieten ist das Pfingstfest auch ein Frühlingsfest. Häuser werden geweißt und Birkenzweige an Türen und Fenstern angebracht.

Man spricht auch von Pfingsten als dem Fest der Hirten, da zu dieser Zeit das Vieh zum ersten Mal ausgetrieben wird. Vielerorts laufen mit Laub bekleidete Burschen herum, die die neuen Wachstumsgeister verkörpern, oft wird auch das Vieh bekränzt.

Mittelpunkt

Gott schickt 50 Tage nach der Auferstehung seines Sohnes seinen Geist auf die Jünger herab. Er schafft somit eine unmittelbare Verbindung zu den Menschen. Man könnte den heiligen Geist als das Sprachrohr Gottes verstehen, als das Bindeglied zwischen Himmel und Erde. Dieser Geist Gottes wird in der Bibel durch Tauben oder Zungen symbolisiert.

Hintergrund

Der Ursprung für das Pfingstfest steht in der Apostelgeschichte. Dort wird beschrieben, dass sich am 50. Tag nach Ostern die Jünger in einem Haus versammelten. Dort empfingen sie die Gabe des heiligen Geistes. Dieser befähigte sie etwa, andere Sprachen zu verstehen. Die Pilger, die zum Wochenfest aus verschiedenen Ländern nach Jerusalem kamen, waren bestürzt, da jeder den anderen in seiner eigenen Sprache sprechen hörte.

Der Name Pfingsten leitet sich vom griechischen Wort "Pentecoste" (der 50. Tag) ab. Eng mit dem Pfingstfest verbunden ist die Taufe, in der ebenso der Geist Gottes auf die Menschen herabkommt.

Pfingsten ist auch der Abschluss der Osterzeit. Die Ausgießung des Geistes als Gabe des Auferstandenen bildet den Grundstein zur Ausbreitung der Kirche und zur Entwicklung der Mission.

Pfingstrosen

Die Pfingstrose (Paeonia officinalis)

Geschichtliches:

Den Namen Paeonia erhielt die Pflanzengattung in Erinnerung an den Arzt Paion, der in der griechischen Sage den durch Herakles verwundeten Hades heilte.

Der Artname officinalis verweist auf den Gebrauch der Pfingstrose als Arzneipflanze. Arten der Päonia-Gattung galten im Mittelmeerraum als magische Pflanzen.

So wird in der griechischen Mythologie berichtet, daß Virbios, nachdem er erst durch das Pferd seines Vaters Theseus zu Tode gekommen war, durch Diana mit einer Päonie wieder zum Leben erweckt wurde. Man glaubte auch, die Pflanzen könnten Krankheiten heilen, die durch den Einfluß des Mondes entstanden wären. So wurden die Päonien der Erdgöttin Hekate geweiht, die mit dem Mondmythos in Zusammenhang gebracht wurde. Auch bei Dioscurides wird die Pfingstrose erwähnt. Er empfiehlt sie bei Frauenleiden und bei Blasen- und Nierenschmerzen. Tabernaemontanus schreibt ebenfalls ausführlich über die Heilkräfte der Pflanze und bemerkt außerdem: "Solche Wurz auch am Hals getragen / vertreibt alle nächtliche Gespenst / so im Schlaff unruhig machen."

Man verwendete die Wurzel auch gegen Epilepsie.

Ihrer Blütezeit und ihrer Ähnlichkeit mit Rosenblüten wegen heißt sie Pfingstrose.

Die Pfingstrose ist geschützt.

Bestimmungsmerkmale:

Die roten Blüten der Pfingstrose erscheinen von Mai - Juni und sind auffällig groß. Sie erreichen einen Durchmesser von 12 cm und ihre Kronblätter werden 5 - 8 cm lang. Die Blüten stehen einzeln auf den Stengeln. Die Laubblätter sind 2 - 3fach gefiedert und erreichen eine Länge von 40 - 80 cm. Die gesamte Pflanze wird 50 - 100 cm hoch. Die Pfingstrose gibt es auch in verschiedenen Zuchtvariationen, die weiße oder rosafarbene Blüten hervorbringen.

Standort und Verbreitung:

Die Pflanze wächst wild in Südeuropa und in den Südalpen bis zu einer Höhe von 1700 m. Man findet sie am Gardasee, im Tessin und in Südtirol. Sie wird in den verschiedensten Formen als Gartenpflanze gezogen, lichte, felsige Berghänge, auch als Zierpflanze

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Die Pfingstrose enthält unter anderem das Alkaloid Paeonin. Die Vergiftungssymptome sind Erbrechen, Magen- und Darmbeschwerden mit Durchfall und Koliken.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

Die Pfingstrose wird in der Homöopathie bei Hämorrhoiden verwendet.